Immer noch Kooperationsverbot | Plan S | 3½ Fragen an Arvid Kappas | #Librarylove

 
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Liebe Leserinnen und Leser,
der GroKo steht der Schweiß auf der Stirn. Eine Baustelle neben vielen: die Zwei-Drittel-Mehrheit zur Abschaffung des Kooperationsverbotes fehlt. Immerhin, die Debatte über die Zukunft der Wissenschaftskommunikation läuft (Das ist wichtig). Arvid Kappas von der Jacobs University in Bremen hat im Fragebogen eine gute Idee für ein Mentoringprogramm. Und damit die Woche möglichst sanft startet, schwelgen Sie bitte ebenso wie wir im c.t.
   
 
 
 
 
Das ist wichtig
 
 
   
 
  
Hochschulpakt-Fronten
Dauerthema Hochschulpakt. Im Bundestag wurde am Donnerstag über die Zukunft der Hochschulfinanzierung und die Abschaffung des Kooperationsverbots diskutiert. Letzteres ist geplatzt, zumindest vorerst: es fehlt die Zwei-Drittel-Mehrheit. Der Deutschlandfunk berichtet und kommentiert treffend: „Die Fronten sind verhärtet.“ Nur der Wunsch der AfD schert aus den Abstufungen der Parteiwünsche deutlich aus – die nämlich wünscht sich einen befristeten Pakt mit jährlich sinkendem Budget. Die Bundestagsreden finden Sie hier
  
 
 
Open Access: „Plan S“
Der wissenschaftliche Publikationsmarkt ist im Umbruch, und zwar weltweit. Open Access ist längst da – aber wie genau sich die Veröffentlichungs- und Vergütungsmodelle in Zukunft aussehen werden, ist Gegenstand der Verhandlungen. Auch im Weißen Haus. Dort traf jetzt eine EU-Delegation mit dem Office of Science and Technology Policy (OSTP) zusammen, um die Open Access-Strategie der EU-Kommission – den sogenannten Plan S – zu diskutieren. Physics today berichtet. 
  
 
 
Debatte: Was ist und zu welchem Ende betreiben Sie #Wisskomm?
Vergangene Woche traf sich Anja Karliczek mit Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaftskommunikation zu einem Workshop. Das BMBF plant ein Papier, in dem genauer definiert wird, was „Wissenschaftskommunikation“ eigentlich meint (gehört der Journalismus dazu?) und wie man sie systematisch fördern kann (durch einen Wisskomm-Impact-Factor vielleicht?). Einblicke in das Treffen gibt ein kleines Twitter-Video. – Derweil wird in der Scientific Community weiterdiskutiert: Auf zwei Kommentare im CHANCEN Brief (von Jan-Martin Wiarda am 4.10. und Lukas Daubner und Marcel Schütz am 11.10.) hat nun auch nochmal Wissenschaft im Dialog-Geschäftsführer Markus Weißkopf reagiert; auf wissenschaftskommunikation.de schreibt er: „der Vorstoß, Kommunikation in Förderanträgen mitzudenken (sollte) konstruktiv diskutiert werden, wenngleich wir direkt zu Beginn über die Qualitätskriterien dieser öffentlich geförderten Kommunikation sprechen sollten.“ (Bitte auch die Kommentarspalte beachten, wo weiterdiskutiert wird.) – Die Umfrage, warum Sie NICHT twittern (siehe CHANCEN Brief vom 18.10.) füllt derweil unser e-Mail-Postfach (chancen-brief@zeit.de); die Ergebnisse veröffentlichen wir diese Woche. – Bis dahin sei Ihnen noch dieser interessante Text empfohlen: über die Social Media-Strategie vom Siemens und den twitternden CEO Joe Kaeser.
  
   
   
   
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Die Zahl
 
 
   
 
   
17,7 Prozent
der Promotionen in den Ingenieurswissenschaften kommen von Frauen.
1997 waren es 8,3 Prozent.
Die Zahlen stammen aus der 22. Fortschreibung des GWK-Gleichstellungsberichts
   
 
   
 
 
   
 
 
   
 
 
 
 
3½  Fragen an…
 
 
   
 
   
Prof. Dr. Arvid Kappas
Professor für Psychologie und Dekan an der Jacobs University Bremen

Was haben Sie zuletzt von jemand anderem gelernt?
Das war ein Blues-Schema auf der Gitarre, das ich vor einer Woche mit Hilfe eines Video basierten Onlinekurses gelernt habe. Eine schöne Erfahrung, die mir viel Spaß gemacht hat.

Welches wissenschaftspolitische Problem lässt sich ohne Geld lösen?
Wie wäre es mit mehr Mentorenprogrammen in Schulen, bei denen Wissenschaftler – und zwar nicht nur in MINT-Fächern – Schülern ihre Leidenschaft vermitteln? Dies dient nicht nur der Motivation der Schüler. Es hilft auch den Wissenschaftlern, in anderer Weise über ihre gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken.

Lektüre muss sein. Welche?
Neben Aktuellem gehört für mich eine gute Mischung aus Belletristik und Sachliteratur dazu – egal ob online oder gedruckt. Wichtig ist es, Dinge zu lesen, die man lesen will und nicht Dinge, die man lesen soll. Lesen erweitert Horizonte und ermöglicht es, Bilder und andere sensorische Erfahrungen im Gehirn aktiv zu konstruieren.

Und sonst so?
Wir brauchen mehr Kreativität an der Hochschule, wie man lernen und lehren kann. Es geht hier nicht darum, alles umzustürzen. Aber es kann nicht sein, dass der große Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte in Vorlesungen mit PowerPoint liegt. Ebenso ist Digitalisierung nicht alles – die gehypten MOOCs etwa sind nur unter ganz bestimmten Bedingungen nützlich. An der Jacobs University veranstalten wir am 8. und 9. November das Symposium B³ - Bildung Beyond Boundaries, mit dem wir Impulse für eine herausragende Hochschulbildung im 21. Jahrhundert geben wollen. Gemeinsam mit der Jacobs Foundation starten wir einen Ideenwettbewerb, der gezielt nach Innovationen in der Hochschulbildung sucht. Ich bin gespannt auf das Symposium, für das internationale Bildungsexperten aus verschiedensten Fachrichtungen zu uns nach Bremen kommen. Der erste Tag ist öffentlich.
   
 
   
 
 
   
 
 
   
   
   
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Diese Woche in der ZEIT
 
 
   
»Ich bin der Papa« In Deutschland fehlen über tausend Schulleiter. Wer den Direktor Bernd Bruns begleitet, versteht, woran das liegt 

Gar nicht so schlimm? Ein Forschungsprojekt zeigt: Schulleiter sind davon überzeugt, dass sie ihren Job erfolgreich meistern Universität braucht Freiheit Vor 200 Jahren wurde die Uni Bonn gegründet. Welche Rolle spielen Hochschulen heute für die Gesellschaft? Von Frank-Walter Steinmeier Zum Abschalten Die Digitalisierung, heißt es oft, verändere alles. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Zwei Bücher bieten einen spielerischen Einstieg ins Thema »Häufig fehlt der Mut« Der Online-Modehändler About You ist eines der erfolgreichsten deutschen Start-ups. Tarek Müller hat es aufgebaut. Ein Gespräch über Pokerkoffer, Gründergeist und digitale Bildung

Zur aktuellen Ausgabe
   
 
 
   
 
 
   
 
 
 
 
c.t.
 
 
   
 
 
Frederick Wiseman hat einen Dokumentarfilm über die New York Public Library gedreht – über die Bücher, die sie sammelt, die Menschen, die dort arbeiten, den offenen Geist, der dort herrscht. Unser Bibliotheksliebhaberherz schlägt schon beim "Ex Libris"-Trailer höher!

Quelle: YouTube 
 
 
 
 
 
   
Besondere Grüße an alle Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Ihr CHANCEN-Team


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