Wirksame Waffen im Kampf gegen hohe Mieten?Wenn es um überteuerten Wohnraum geht, fallen derzeit oft die Begriffe
Wiederkaufsrecht und
Erbbaurecht, mit denen nicht alle Hamburger auf Anhieb etwas anfangen können. Wir wollen lösen: Mit dem Wiederkaufsrecht, über dessen Potenzial die
Bürgerschaft am Mittwoch debattiert, sichert sich die Stadt die Möglichkeit, Grundstücke nach einer bestimmten Frist zurückzukaufen, und zwar für einen bereits beim Verkauf festgelegten Preis. Beim Erbbaurecht werden Grundstücke nur verpachtet, aber ebenfalls für einen festgelegten Zeitraum. Bislang waren das mehrere Jahrzehnte. Danach kann der Pächter das Grundstück kaufen, oder es fällt an die Stadt zurück. Die Häuser darauf muss die Stadt dann bezahlen. Der Sinn von beidem:
Die Stadt behält die Hand auf den Grundstücken und kann den Bebauern Vorgaben machen. Klingt gut, kann aber schwierig werden, sobald die Frist abläuft. Wenn der Investor das Grundstück kaufen will, orientiert sich die Stadt an aktuellen Richtwerten. Bei überhöhten Preisen wird es auch für den Investor teuer – das holt er sich über die Mieten wieder. Ein weiteres Problem: Wenn ein Investor nicht weiß, ob er ein Grundstück behalten kann, wird er möglicherweise gegen Ende der Zeit weniger investieren. Die Mieter müssen dann mit dem niedrigen Standard leben, und am Ende hat die Stadt
eine schlechte Immobilie. Alternativen? »Wir hoffen auf Regelungen, die Erbpacht und bezahlbaren Wohnraum miteinander versöhnen« sagt
Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen. »Denkbar wäre eine ›ewige Erbpacht‹ mit der Festlegung begrenzter Mieten und eines Verkaufsverbots. Alle 25 Jahre könnte überprüft werden, ob sich das Wohnungsunternehmen an diese Festlegungen hält.« Nicht zu verwechseln ist das Wiederkaufsrecht übrigens mit dem
Vorkaufsrecht (
wir berichteten), das nur für bestimmte Bereiche der Stadt gilt.
Von Zuckerwatte und ExistenzminimumDas Leben, ein ewiger Jahrmarkt:
Tom Veldkamp ist Schausteller in der sechsten Generation, der Hamburger Dom sein Zuhause. Zwischen Achterbahn und Zuckerwattestand, blinkenden Lichtern und Kirmesgedudel verdient er sein Geld. ZEIT:Kollegin
Sarah Levy hat ihn für ihre
Interview-Reihe »Über Geld spricht man nicht« getroffen. Was er bei seinem Job über die Hamburger gelernt hat, wer sich den Rummelspaß richtig was kosten lässt und was das Alpaka mit dem
Wandel des Kirmeslebens zu tun hat, lesen Sie auf den Hamburg-Seiten der aktuellen ZEIT-Ausgabe, am Kiosk und
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