Peer Review nicht besser als LosverfahrenUm aus den
besten Bewerbern auf Postdoc-Stellen jene auszuwählen, die später erfolgreich Karriere machen werden, sind Begutachtungen der Kollegen vom Fach (Peer Review) nicht treffsicherer als eine Zufallsauswahl. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich
auf dem Preprint-Server BioRxiv veröffentlichte Studie. Zwei Forscher der European Molecular Biology Organization (EMBO) haben die
wissenschaftlichen Karrieren von 324 Bewerbern für ein EMBO Postdoc-Fellowship von 2007 bis 2017 ausgewertet. Das Ergebnis der Studie überrascht: Die Reputation von Bewerbern, die 2007 für eine Postdoc-Stelle ausgewählt wurden, unterschied sich nicht signifikant von jenen, die von Gutachtern zwar als förderwürdig erkannt, aber aufgrund der Knappheit der Fördermittel nicht ausgewählt wurden. Daher schlagen die Autoren vor,
künftig nur noch mäßig gute und durchschnittliche Bewerber durch ein Peer Review auszusortieren. Die
Stipendien unter den förderungswürdigen Kandidaten dann aber
per Losentscheid zu vergeben. So würde zum Beispiel kein Geschlecht bevorzugt. Zufallsentscheidungen werden den Autoren zufolge vor allem dann sinnvoller, wenn die Förderquoten stark sinken – was zunehmend der Fall ist.