Bombenalarm - AfD-Parteitag - Mike Flynn

Hinweis: Sollte dieser Newsletter nicht korrekt dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.
Zeit Online
TÄGLICHER NEWSLETTER
Politik
Polizei setzt Wasserwerfer gegen AfD-Gegner ein
AfD-Bundesparteitag
 
Polizei setzt Wasserwerfer gegen AfD-Gegner ein
Am Rande des Bundesparteitags der AfD ist es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die AfD-Gegner hatten Straßenkreuzungen mit Sitzblockaden versperrt, die Polizei räumte die Blockade.
Meuthen fordert "patriotische Politik"
AfD-Parteitag
 
Meuthen fordert "patriotische Politik"
Die AfD will heute eine neue Parteispitze wählen. Es ist der erste Parteitag seit ihrem Einzug in den Bundestag. Der Beginn verzögerte sich wegen einer Blockade.
Die Regierungsfrage
AfD-Parteitag
 
Die Regierungsfrage
Der erste Parteitag nach Frauke Petry: Kaum im Bundestag, muss sich die AfD am Wochenende neu aufstellen. Es geht um Macht, Flügelkämpfe – und den Kurs der Partei. VON Tilman Steffen
Mehr als 1.000 Angriffe auf Flüchtlinge
Fremdenfeindlichkeit
 
Mehr als 1.000 Angriffe auf Flüchtlinge
In diesem Jahr wurden bereits mehr als 1.000 Asylbewerber außerhalb ihrer Unterkünfte attackiert. Mehr als 200 von ihnen wurden dabei verletzt.
Die Spur führt ins Weiße Haus
Mike Flynn
 
Die Spur führt ins Weiße Haus
Die Aussagen Michael Flynns könnten Trump gefährlich werden. Sein früherer Sicherheitsberater scheint auszupacken – und lenkt den Verdacht auf Vertraute des Präsidenten. VON Heike Buchter AUS New York
US-Senat stimmt Trumps Steuerreform zu
USA
 
US-Senat stimmt Trumps Steuerreform zu
Für Trump könnte es der größte politische Erfolg des Jahres werden: Die Republikaner haben im Senat mehrheitlich für die von Trump geplante Steuerreform gestimmt.
Video des Artikels starten
Trump bestreitet Berichte über Entlassung von Tillerson
US-Außenminister
 
Trump bestreitet Berichte über Entlassung von Tillerson
Der US-Präsident wolle seinen Außenminister entlassen und durch den CIA-Chef ersetzen, das berichteten mehrere Medien. Jetzt dementiert Trump: Man arbeite gut zusammen.
"Die Regierung hat nur eine Strategie: größtmögliche Gewalt"
Ägypten
 
"Die Regierung hat nur eine Strategie: größtmögliche Gewalt"
Nach dem IS-Massaker auf dem Sinai fürchten viele Ägypter neue Repressionen, sagt der Menschenrechtler Mohamed Lotfy. Das Regime selbst schaffe die Grundlage für Terror. VON Andrea Böhm AUS Beirut
  ANZEIGE
Mit Design Thinking zur erfolgreichen Innovation
Mit Design Thinking zur erfolgreichen Innovation
Lernen Sie im neuen Business-Seminar »Design Thinking« mit den Experten der renommierten HPI Academy, wie Sie mit kreativen Arbeitsweisen zu innovativen Lösungen gelangen, und erleben Sie anhand einer real gestellten Aufgabe die sechs Phasen dieses Innovationsprozesses selbst mit! Entdecken Sie, worauf es beim Design Thinking wirklich ankommt und welches Potenzial hinter Teamarbeit steckt. Mehr erfahren!
Wirtschaft
Wünsch dir deine Arbeitszeit
Flexible Arbeitszeiten
 
Wünsch dir deine Arbeitszeit
Es ist eine kleine Revolution: In Ostdeutschland schaffen Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam die 40-Stunden-Woche ab. Die Chemiebranche will so attraktiver werden. VON Tina Groll
Gesellschaft
Staatsschutz übernimmt Ermittlungen
Potsdamer Weihnachtsmarkt
 
Staatsschutz übernimmt Ermittlungen
Nahe dem Potsdamer Weihnachtsmarkt wurde ein Paket mit Nägeln und einem Sprengsatz, vermutlich ein Böller, gefunden. Die Polizei entschärfte den Gegenstand.
"Da guckten so komische Drähte raus"
Bombenalarm in Potsdam
 
"Da guckten so komische Drähte raus"
Das verdächtige Paket vom Potsdamer Weihnachtsmarkt war wahrscheinlich eine Art Attrappe. Was sind die Hintergründe des Bombenalarms? Die wichtigsten Fragen und Antworten
Justiz wirft Deniz Yücel Terrorpropaganda vor
Türkei
 
Justiz wirft Deniz Yücel Terrorpropaganda vor
Seit Februar sitzt der "Welt"-Journalist ohne Anklage in Haft. Die Türkei hält das laut einer Stellungnahme vor dem EU-Menschenrechtshof für gerechtfertigt.
Papst Franziskus fordert Hilfe für Rohingya
Bangladesch
 
Papst Franziskus fordert Hilfe für Rohingya
Zum ersten Mal hat der Papst auf seiner Asienreise offiziell über die muslimischen Rohingya gesprochen. Er forderte die Welt zu mehr Mitleid gegenüber Minderheiten, Armen und Schwachen auf.
Keine U-Bahnlinie ist so sehr Berlin wie die U8
Einsteigen, bitte!
 
Keine U-Bahnlinie ist so sehr Berlin wie die U8
Ein U-Bahn-Waggon ist ein Sammelbecken der Kulturen. Ein Fotograf porträtiert Fahrgäste der Berliner U8, die zwischen Neukölln und Wittenau hin- und herfahren. VON Philipp Kienzl
Schweizer Gemeinde zahlt Zugezogenen Geld
Get rich!
 
Schweizer Gemeinde zahlt Zugezogenen Geld
Ein kleines Dorf in der Schweiz möchte neue Einwohner gewinnen und zahlt dafür bis zu 25.000 Franken. Die Summe ist an Auflagen gebunden. VON Ole Siebrecht
Ermittler sieht Fehlverhalten der Polizei bei Nazi-Demo
Charlottesville
 
Ermittler sieht Fehlverhalten der Polizei bei Nazi-Demo
Bei einer Demonstration von Rechtsextremen in Virginia im August soll die Polizei schwerwiegende Fehler gemacht haben. Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungsbericht.
  ANZEIGE
Thema in der ZEIT: Der letzte Tanz
Thema in der ZEIT: Der letzte Tanz
Wieder eine große Koalition? Angela Merkel kämpft um einen selbstbestimmten Abgang. Und die SPD darum, Volkspartei zu bleiben. Wehe, das geht schief. Hier digital lesen >>
Kultur
Im Kernspin weiblicher Körper
"Women in Trouble"
 
Im Kernspin weiblicher Körper
"Women in Trouble" an der Volksbühne zeigt eine kranke, emotionsgestörte Gegenwart. Ist das jetzt langweilig oder rasend interessant, weil es sich so schwer erschließt? VON Tobias Haberkorn
Drei Wochen in der Normalität
China
 
Drei Wochen in der Normalität
Wie das Erwachen aus der Kindheit oder aus einem mit skandinavischen Möbeln vollgestellten Traum: Wer nach China reist, muss die europäischen Krustenrüstungen ablegen. VON Ann Cotten
Es wird frostig
Soziales Klima
 
Es wird frostig
Rechte Wärme und liberale Kälte: Anhand der Debatten über Neonazis und auch über Sexismus zeigt sich, dass der gesellschaftlichen Mitte die Empathie abhandenkommt. VON Simone Rosa Miller
Zeit Magazin
Das Stigma der Zärtlichkeit
Homosexualität in Iran
 
Das Stigma der Zärtlichkeit
Noch immer werden Homosexuelle im Iran verfolgt und hingerichtet. Wer kann, flüchtet in die Türkei. Doch auch das Exil bietet keine Erlösung. Wir zeigen Bilder.
Mobilität
Ryanair bewirbt sich um Start- und Landerechte in Berlin
Air Berlin
 
Ryanair bewirbt sich um Start- und Landerechte in Berlin
Im Kampf um die Übernahme von Air Berlin steigt nun auch die Billigfluggesellschaft wieder mit ein. Ryanair hat sich um Start- und Landerechte in Berlin-Tegel beworben.
Sport
Deutschland spielt gegen Mexiko, Schweden und Südkorea
Fußball-WM 2018
 
Deutschland spielt gegen Mexiko, Schweden und Südkorea
Die Paarungen für die Fußball-WM im kommenden Jahr in Russland wurden ausgelost, die Deutschen spielen in Gruppe F. In Gruppe B treffen zwei Topteams aufeinander.
Es ist wieder Zeit für Ikea-Witze
Fußball-Weltmeisterschaft
 
Es ist wieder Zeit für Ikea-Witze
Die Schweden, die Italien-Bezwinger, sind die stärksten deutschen Gruppengegner. Und im Eröffnungsspiel kommt es zum Duell der lupenreinen Demokraten. Alles zur Auslosung
 Beckenbauer soll von Millionenzahlungen gewusst haben
WM 2006
 
Beckenbauer soll von Millionenzahlungen gewusst haben
Die Staatsanwalt hält laut einem Bericht Beckenbauers Aussagen für falsch. Das Fußball-Idol soll von Überweisungen seines Managers an einen Fifa-Funktionär gewusst haben.
HSV und SC Freiburg trennen sich torlos
Bundesliga, 14. Spieltag
 
HSV und SC Freiburg trennen sich torlos
Im Duell am Tabellenende kann keines der beiden Teams ein Tor erzielen. Die Hamburger dürfen sich immerhin freuen, dass ihre Negativserie bei Auswärtsspielen beendet ist.
Deutschlands Gegner in der WM-Vorrunde stehen fest
Fußball-WM
 
Deutschlands Gegner in der WM-Vorrunde stehen fest
Titelverteidiger Deutschland trifft in der Vorrunde zur WM auf Mexiko, Schweden und Südkorea. Die Weltmeisterschaft beginnt am 14. Juni 2018 in Moskau.
Video
US-Senat stimmt Steuerreform zu
USA
 
US-Senat stimmt Steuerreform zu
Mit knapper Mehrheit hat der Senat Donald Trumps Pläne zur Steuerreform angenommen. Das Reformpaket soll die US-Wirtschaft ankurbeln. Kritiker halten Trump vor, Reiche und Unternehmen zu begünstigen und die Staatsschulden in die Höhe zu treiben. Video starten
Polizei setzt Wasserwerfer gegen AfD-Gegner ein
AfD-Bundesparteitag
 
Polizei setzt Wasserwerfer gegen AfD-Gegner ein
Am Rande des Bundesparteitags der AfD ist es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die AfD-Gegner hatten Straßenkreuzungen mit Sitzblockaden versperrt, die Polizei räumte die Blockade. Video starten
"Ich denke, es wird keinen Rechtsruck geben"
AfD-Parteitag
 
"Ich denke, es wird keinen Rechtsruck geben"
Begleitet von Protesten beginnt in Hannover der AfD-Parteitag. Neben Parteichef Jörg Meuthen bewirbt sich der gemäßigte Georg Pazderski um den AfD-Vorsitz. Er äußerte sich zu einem möglichen Rechtsruck der Partei. Video starten
Weihnachtsmarkt wegen Bomben-Verdacht geräumt
Potsdam
 
Weihnachtsmarkt wegen Bomben-Verdacht geräumt
Der Gegenstand erwies sich als eine Metalldose mit Nägeln und einem Böller. Video starten
Papst Franziskus fordert Hilfe für Rohingya
Bangladesch
 
Papst Franziskus fordert Hilfe für Rohingya
Zum ersten Mal hat der Papst auf seiner Asienreise offiziell über die muslimischen Rohingya gesprochen. Er forderte die Welt zu mehr Mitleid gegenüber Minderheiten, Armen und Schwachen auf. Video starten
Deutschlands Gegner in der WM-Vorrunde stehen fest
Fußball-WM
 
Deutschlands Gegner in der WM-Vorrunde stehen fest
Titelverteidiger Deutschland trifft in der Vorrunde zur WM auf Mexiko, Schweden und Südkorea. Die Weltmeisterschaft beginnt am 14. Juni 2018 in Moskau. Video starten
»Es geht um Stabilität, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit«
Regierungsbildung
 
»Es geht um Stabilität, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit«
Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hält nichts von Minderheitsregierungen oder Neuwahlen. Ergebnisse in der Regierungsbildung erwartet sie zu Beginn des neuen Jahres. Video starten
  ANZEIGE
»Jazz von A-Z. Michael Naura Jazzanthologie«
»Jazz von A-Z. Michael Naura Jazzanthologie«
Mit der neuen ZEIT-Edition gehen Sie auf eine musikalische Reise mit einem der größten, deutschen Kenner als Reiseführer, dem Jazz-Papst Michael Naura. Genießen Sie auf 30 CD's eine einzigartige Kombination aus Nauras berühmter Jazzanthologie mit den Originalalben der porträtierten Künstler. Jetzt entdecken
ENTDECKEN SIE UNSERE APPS
VERWALTUNG
Sie sind für den Täglichen Newsletter als sjcorpchen.mail003@blogger.com angemeldet. Um sich abzumelden, klicken Sie bitte hier.

Weitere kostenlose Newsletter von ZEIT ONLINE finden Sie hier:
http://www.zeit.de/newsletter

WERBEKUNDEN
Wenn Sie in unseren Newslettern werben möchten, nehmen Sie einfach Kontakt mit dem Sales Team von iq digital media marketing GmbH auf.
Telefon: 0211-887 2626
E-mail: iqdigital@iqm.de
www.iqdigital.de/zeitonline

IMPRESSUM
ZEIT ONLINE ist verantwortlich für den Inhalt dieses Newsletters:
http://www.zeit.de/impressum/

Probleme? Kritik? Lob? Wenden Sie sich bitte an:
kontakt@zeit.de

ANSCHRIFT
ZEIT ONLINE GmbH
Pressehaus
Buceriusstraße, Eingang Speersort 1
20095 Hamburg

© 2014 ZEIT ONLINE GmbH

Freitext: Ann Cotten: Drei Wochen in der Normalität

 
Wenn dieser Newsletter nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

 

02.12.2017
 
 
 
 
Freitext


Drei Wochen in der Normalität
 
 
Wie das Erwachen aus der Kindheit oder aus einem mit skandinavischen Möbeln vollgestellten Traum: Wer nach China reist, muss die europäischen Krustenrüstungen ablegen.
VON ANN COTTEN

 
© Ann Cotten
 
In China zu sein! Endlich! Ich setze einen Fuß in meine größte Bildungslücke. Es ist die Schwelle einer U-Bahn-Station. Polierter Granit, mit Blindenleitrillen und Warnansagen auf Chinesisch und Englisch. Peking.
 
Wie ist es?
 
Es ist wie aufzuwachen aus der Kindheit oder aus einem mit skandinavischen Möbeln möblierten Traum. Hier sind Erwachsene.
 
Sie gehen, links, rechts von mir, ihren Gewerben nach, waschen Sachen im Abfluss, führen Pudel spazieren. Sie sprechen ohne die Stützräder der kindlichen europäischen Moralmärchen – so klingen für mich die Melodien der Sprechakte. Ich verstehe kein Wort, aber die Gesten sind nicht fremd. Die Mythen kann ich kaum wahrnehmen, lesbar ist mir der Bereich des Common Sense, der aber sitzt, fühlt sich „normal“ an.
 
Nehme ich alles als „normal“ an, wo ich hinkomme und versuche, mich daran anzuschmiegen? Ein bisschen, aber in Ländern der Dritten und Zweiten Welt fühlt es sich an, als würde man einer geistigen und körperlichen Akklimatisation an die globale Realität ein wenig näher kommen, wenn man die Augen und Ohren gut aufsperrt. Denn man ist als Durchschnittseuropäerni[1] ja doch ein ziemlicher Wohlstandszombie. In diesem besonderen Fall könnte das realistische Gefühl auch noch eine speziellere Wurzel darin haben, dass wir in Europa von Gegenständen umgeben sind, die in China designt und produziert wurden; hier flutet die Umgebung dazu herein, wie ein Himmel fehlender Puzzlestücke.
 
Wie ist es?, fragen mich per Mail und auf sozialen Medien Freunde, Familie und Bekannte. Ich antworte ungern und zögernd, bin doch grad angekommen. Staubig, voller Gerüche, smogig, aber nicht unerbittlich.
 
Es ist wie einzutauchen in ein Bad, und die Komputationen fangen an. Mein Volumen (unter Asiatennni sind Europäernnnie immer etwas zu groß; zugleich macht mich die Masse meine Winzigkeit und Unwesentlichkeit spüren) berechne ich aus der Verdrängung des Umfelds, dazu, aus irgendeinem Wissen im Hintergrund zu destillieren, mein spezifisches Gewicht. Das alles quasimetaphorisch übertragen: mein Gewicht als Mensch, als sogenanntes Individuum.
 
Nicht groß. Wie eine Wassernuss etwa. Um mich herum fließt alles weiter. Als Tourist schwimme ich wie ein Stück Scheiße an der Oberfläche; die, die hier leben, haben es schwerer.

...

Den ganzen Freitext lesen Sie hier.

Sie wollen der Diskussion unter dem Text folgen? Hier geht es zum Kommentarbereich.
  VERLAGSANGEBOT
Lesegenuss pur!
Lesegenuss pur!
Lernen Sie jetzt DIE ZEIT als E-Paper, App, Audio und für E-Reader kennen! Lehnen Sie sich zurück und erleben Sie die neue Art des ZEIT-Lesens. Mehr erfahren >>

10 nach 8: Simone Rosa Miller über soziales Klima

 
Wenn dieser Newsletter nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.

 

01.12.2017
 
 
 
 
10 nach 8


Es wird frostig
 
Rechte Wärme und liberale Kälte: Anhand der Debatten über Neonazis und auch über Sexismus zeigt sich, dass der gesellschaftlichen Mitte die Empathie abhandenkommt.
VON SIMONE ROSA MILLER

Gefühlskälte als rhetorisches Mittel, um sich von den Extremen abzugrenzen, könnte ein Fehler sein. © Sonka Guina/unsplash.com
 
Gefühlskälte als rhetorisches Mittel, um sich von den Extremen abzugrenzen, könnte ein Fehler sein. © Sonka Guina/unsplash.com
 
 

Die Temperatur im Land verändert sich. Während sich die Rechten an ihren Ressentiments immer behaglicher wärmen, kühlen einige Liberale lieber ab. Diesen sozialen Klimawandel spüren manche mehr als andere. Und das hat tiefer liegende Gründe – wie man an zwei aktuell viel diskutierten Themen sehen kann: Mit Rechten reden und #MeToo.

Das Autorentrio Leo/Steinbeis/Zorn formuliert in seinem Buch Mit Rechten reden die These, rechts sei "eine bestimmte Art des Redens". Wer aber kann rechts lediglich als Redeweise interpretieren? Bestimmt niemand, der von rechten Handlungen und den Effekten rechter Sprechweisen betroffen ist. Wer sich aus der brennenden Notunterkunft flüchten muss, wer sich wegen rechter Hetze nicht mehr wohl und sicher fühlt oder wer fassungslos in das Loch eines aus der Straße gerissenen Stolpersteins starrt, würde niemals auf die Idee kommen, derzeitige rechte Phänomene seien "fast alle Formen der reaktiven Rede". Und er würde auch nicht meinen, ein Anruf bei den Wächtern – "beim Verfassungsschutz, der Polizei, der Bundeszentrale für politische Bildung, Ursula von der Leyen und der Antifa" – könnte sein Problem ganz einfach lösen.

Nun bestreiten die drei Autoren sicherlich nicht, dass es rechte Hetze und Übergriffe gibt, und auch nicht, dass sie schlimm sind. Aber ihr Buch selbst beherzigt das nicht; ihr Ansatz macht nicht klar, was Angriffe, Stigmatisierungen und Drohungen für die Betroffenen bedeuten. Deshalb rückt er die Lage der Bedrängten auch nicht ins Bild, bedenkt sie nicht als Teil rechter Phänomene. Empathie und Empörung gelten dem Autorentrio vielmehr als Indiz eines selbstgerechten Moralismus und den verorten sie nicht bei den sogenannten Nichtrechten, sondern bei den Linken. Im Bemühen, sich von linker Empörung abzugrenzen, stilisieren sie eine Form der Gefühlskälte zu liberaler Angemessenheit und Sachlichkeit.

Eine ähnlich verblüffende Kälte begegnet einem im Kontext der #MeToo-Debatte. Etwa wenn die Schriftstellerin und Kritikerin Thea Dorn in den vorgebrachten Erfahrungsberichten von sexueller oder sexualisierter Gewalt einen neuen Totalitarismus erkennen will. Auch diese Perspektive kann nur einnehmen, wer von den geschilderten Situationen und dem Leid der Berichtenden absieht; wer diese sogar indirekt verdächtigt, Unschuldige pauschal an den öffentlichen Pranger zu stellen. Kein Wunder also, dass Dorn meint, Betroffene sollten halt nicht so weinerlich sein, ihre Frau stehen und notfalls zur Polizei gehen. Genau dafür sei der liberale Rechtsstaat ja da. Fertig.

Das Individuum ohne Geschichte

Nun könnte man meinen, diese beiden Beispiele von Empathielosigkeit im liberalen Lager seien zufällig und könnten weiter nichts zeigen. Im Gegenteil: Sie sind bezeichnend. Sie können nämlich als Konsequenz eines extrem simplen liberalen Menschen- und Gesellschaftsbilds gelesen werden, in dem die Gemeinschaft nicht mehr ist als die Summe ihrer Bürger, und der Einzelne nichts weiter als ein individuelles Abbild der allgemeinen Menschheit. In diesem Bild gibt es keine Kräfteverhältnisse und auch keine sozialen Klimata, sondern allein individuelle Rechtssubjekte. Deren Freiheit endet dort, wo das Recht des Nächsten beginnt. So ergibt sich ein liberales Wuselbild aus lauter kleinen Partikeln, die sehr verschiedene Dinge tun. Und die einzige Erklärung für ihr Tun und Lassen sind die autonomen Entscheidungen im Innern der kleinen Partikel, begrenzt durch Recht und Gesetz.

Diese Gesellschaftsauffassung kennt keinen Platz für Identitäten, Zugehörigkeiten und Geschichten; für Konventionen, Normen und Strukturen. Das liberale Partikelbild entkleidet das Individuum vielmehr, nimmt ihm seine Herkunft, seine Geschichte, seine gesellschaftliche Position, sein Alter und Geschlecht. Denn das sind ihm zufolge nur zufällige, unwesentliche Eigenschaften. In Jean-Paul Sartres Worten kennt der Liberale (bei ihm "der Demokrat") "nur den Menschen, der sich überall gleich bleibt".

Wer dieses Bild zeichnet, der vergisst jedoch, dass soziales Unrecht meist jemanden adressiert, jemanden bei einer dieser unwesentlichen Eigenschaften packt, jemanden als jemanden verletzt. Hannah Arendt hat einmal gesagt: "Wenn man als Jude angegriffen wird, muss man sich als Jude verteidigen." Und das gilt auch für Frauen, Männer und Queers, für Andersdenkende und -gläubige, für (Post-)Migrantinnen, Arbeiter usw. Noch komplizierter wird es, da manches Unrecht auf komplexe Identitäten zielt, auf migrantische Arbeiterinnen zum Beispiel.

Nüchternheit könnte ein Irrtum sein

Dieses Bewusstsein für die Grammatik sozialen Unrechts gefällt manchem Liberalen allerdings gar nicht. Denn es widerspricht seiner Auffassung gleicher Subjekte zutiefst. Sartre hat in seinen Betrachtungen zur Judenfrage 1944 scharfzüngig formuliert: "Der Antisemit wirft dem Juden vor, Jude zu sein; der Demokrat wirft ihm mit Vorliebe vor, sich als Jude 'zu betrachten'." Eine ziemlich präzise Beschreibung auch heutiger Verhältnisse, wo sich manche Liberale gern über die sogenannte Identitätspolitik mokieren. 

Die große Schwäche des einfachen liberalen Gesellschaftsbildes tritt noch deutlicher zutage, wenn es um Recht und Gerechtigkeit geht. Der liberale Rechtsstaat soll vor Unrecht schützen und Recht (wieder-)herstellen. Allerdings verfasst eine demokratische Gesellschaft ihr Recht selbst. Unrecht muss also zunächst als Unrecht verstanden und anerkannt werden, bevor der Gesetzgeber gute Gesetze formulieren kann und die Gerichte gerechte Urteile sprechen können. Eine Erfahrung als Unrecht anzuerkennen, setzt aber voraus, dass man den Geschädigten mit Mitmenschlichkeit und Verständnis begegnet. Das heißt, der liberale Rechtsstaat, auf den der gefühlsarme Liberale verweist, kann nur dann gerecht sein, wenn er von empathischen Menschen bevölkert ist. Beziehungsweise wenn unablässiger Druck von selbstbewussten Gruppen ein Umdenken langsam herbeiführt und Empathie dort entstehen lässt, wo zuvor nur Unverständnis war.

Schwierig also, wenn sich nun manche dieser mit neuem Selbstbewusstsein auftretenden Liberalen in der Rolle sehen, den wütenden Rechten und den empörten Linken kühle Nüchternheit entgegenzusetzen. Man glaubt, das sei der richtige Weg, um dem weiteren Erstarken der Rechten entgegenzuwirken und die Demokratie zu verteidigen. Das könnte ein Irrtum sein.

Das Partikelbild als Negativfolie

Denn die Rechten umwerben ihre (potenziellen) Anhänger nicht mit Kälte, sondern mit Wärme. Der rechte Gesellschaftsentwurf ist das Gegenstück zum liberalen Partikelbild. Er ist das Lagerfeuer der Ursprünglichen. Dort wärmt die Glut des unkündbaren Wir; ihre Nahrung ist die gemeinsame Sprache und Tradition, die wahre Sitte und der tiefgründige Mythos. Wer es sich in diesem Kreis gemütlich macht, darf auf ewige Bande hoffen; findet Zusammengehörigkeit und vielleicht sogar Solidarität. 

Das liberale Partikelbild gilt den Rechten geradezu als Negativfolie – rationalistische Einzelne, zusammengehalten allein vom Bekenntnis zur Verfassung, grenzenloser Konkurrenz und dem Ethos des Fairplay. Eine Anordnung, die in ihren Augen zu einem moralisch verkommenen Establishment und dem Niedergang des deutschen Volkes führt.
Wer nun also glaubt, den Rechten und ihren Sympathisanten das Wasser abgraben zu können, indem man den Bedrängten und Empörten dieses Landes die kalte Schulter zeigt und sich auf gefühlsarme Nüchternheit besinnt, der wird die Rechten damit wahrscheinlich wenig beeindrucken können. Denn die, die sich am wahren deutschen Volk wärmen wollen, werden unter distanzierten Universalisten keine Heimat finden.

Während sich manche Liberale jedoch an ihrer kühlen Brise erfrischen, erwischen sie die Bedrängten damit kalt. Denn sie sind die Ersten, die den heraufziehenden sozialen Frost zu spüren bekommen. Die meisten von ihnen sind selbst wehrhaft, darum geht es nicht. Es geht vielmehr darum, ob sie Rückhalt unter ihren Mitmenschen haben oder sich allein verteidigen müssen. Denn soziale Kälte heißt vor allem, nicht auf Unterstützung zählen zu können: nicht darauf vertrauen zu können, dass andere die Last von Stigmatisierungen und ausgesprochenen Drohungen sehen und ihre Stimme dagegen erheben; nicht zu wissen, ob jemand Partei für einen ergreift, wenn man gedemütigt, belästigt oder angegriffen wird. Als Antwort auf rechte Glut ist soziale Kälte denkbar kontraproduktiv. Denn sie untergräbt das Bewusstsein, dass Unrecht nicht erst da anfängt, wo das Gesetz greift. 

Simone Rosa Miller lebt als freie Autorin in Berlin. Sie arbeitet als Kulturredakteurin beim Deutschlandradio Kultur, wo sie u.a. die Philosophiesendung "Sein und Streit" moderiert. Sie ist Gastautorin von "10 nach 8". 


Sie wollen der Diskussion unter dem Text folgen? Hier geht es zum Kommentarbereich.
10 nach 8
 
Frauen schreiben jetzt auch abends. Montags, mittwochs, freitags. Immer um 10 nach 8. Wir, die Redaktion von 10 nach 8, sind ein vielseitiges und wandelbares Autorinnen-Kollektiv. Wir finden, dass unsere Gesellschaft mehr weibliche Stimmen in der Öffentlichkeit braucht. 

Wir denken, dass diese Stimmen divers sein sollten. Wir vertreten keine Ideologie und sind nicht einer Meinung. Aber wir halten Feminismus für wichtig, weil Gerechtigkeit in der Gesellschaft uns alle angeht. Wir möchten uns mit unseren LeserInnen austauschen. Und mit unseren Gastautorinnen. Auf dieser Seite sammeln wir alle Texte, die 10 nach 8 erscheinen.